Forschung und Therapie bei MS: Wo bleibt die medizinische Ethik?

Ärztliche Behandlungen, aber auch klinische Forschung und deren wissenschaftliche Auslegung, setzen eine medizinethische Grundhaltung voraus. Beauchamp und Childress haben 1977 die vier klassischen Prinzipien der Medizinethik unseres Kulturkreises folgendermaßen benannt: „Respekt vor der Autonomie der Patienten“, „Nicht-Schaden“, „Fürsorge und Hilfeleistung“ sowie „Gleichheit und Gerechtigkeit“ [1].

Natürlich wird es keinen Neurologen geben, der sich mutwillig über diese Prinzipien hinwegsetzt, im Gegenteil werden die meisten Neurologen aufrichtig ihr Möglichstes geben, um MS-Patienten medizinische Hilfe zukommen zu lassen. Problematisch wird es dadurch, dass die Auffassungen, die MS-Patienten und Neurologen von medizinischer Hilfe haben, mittlerweile sehr voneinander abweichen. weiterlesen